comstar (VAYO) Bewegungsmelder mit positiven statt negativen Steuersignalen ansteuern
Wie bereits geschrieben, arbeite ich aktuell bei mir im Haus an einer Aufteilung in mehrere Sicherungsbereiche. Im gleichen Zug hab ich mich dafür entschieden, die Richtlinie, dass ein BUS1-Strang nur für einen Sicherungsbereich verwendet werden darf, einzuhalten. Jetzt bräuchte ich für vier Sicherungsbereiche fünf BUS1-Stränge (je Sicherungsbereich einen und dazu ein Strang für technische Melder und Ansteuerungen).
Ich war jetzt aber nicht bereit, dafür zwei hislave zu beschaffen, samt der notwendigen Gehäuse. In einem Sicherungsbereich habe ich auch nur einen Bewegungsmelder, in einem anderen nur zwei.
Daher habe ich mich dazu entschieden, nur in dem Sicherungsbereich mit den meisten Meldern BUS1-Melder zu verwenden. In allen anderen Sicherungsbereichen habe ich konventionelle Melder verbaut. Jetzt wollte ich die Bewegungsmelder einfach auf einen freien Meldergruppeneingang an den comlock410-Modulen, die ja auch vorhanden sind, anschließen.
Leider zeigte sich, dass die Relais-Melder für unscharf und Gehtest gegen Masse geschaltet werden müssen bzw. bei 12V heißt es für den Melder scharf und "Gehtest aus". Die Spulenausgänge der comlock410-Module liefern aber nur 12V oder "keine 12V" (also keine Masse), womit die Melder nichts anfangen können.
Es gibt hier aber eine Möglichkeit, die sogenannten Pulldown-Widerstände. Hierbei wird ein 10kOhm-Widerstand zwischen Masse und dem Spulenausgang gelegt, auf dem der Bewegungsmelder liegt. Den Spulenausgang parametriert man dann so, dass der Ausgang bei Aktivierung sperrt.
Die Funktionsweise ist so, dass bei scharfer Anlage oder abgeschaltetem Gehtest über den Ausgang 12V an die Eingänge des Bewegungsmelder geliefert werden. Dieser Zustand heißt High und sorgt bei den Bewegungsmeldern zur Abschaltung der jeweiligen Funktion. Wenn jetzt die Anlage unscharf geschaltet oder der Gehtest aktiviert wird, würde der Eingang ohne die Pulldown-Widerstände "in der Luft hängen" und die interne Logik der Bewegungsmelder deutet dieses ebenfalls als High, womit die Funktionen abgeschaltet werden. Durch den Widerstand der zwischen Masse und dem Eingang eingebracht wird, hängt der Eingang nicht in der Luft. Strom nimmt den Weg des geringsten Widerstandes. Da der verbaute Widerstand einen geringeren Widerstand als die Luft oder die restliche Elektronik hat, gibt es eine Verbindung zwischen Masse und dem Eingang, womit der Eingang des Bewegungsmelders Low wird, was die jeweilige Funktion des Bewegungsmelders aktiviert.
Einen Nachteil hat diese Konstruktion: Der Stromverbrauch der Anlage steigt, sehr gering, aber er steigt. Bei einem 10kOhm-Widerstand sind es 120µA. Sehr wenig, aber wenn man es häufiger in einer Anlage macht, wird es irgendwann spürbar.
Übrigens: Wenn man einen Bewegungsmelder hat, der bei High unscharf ist, also genau andersherum funktioniert, man aber nur Masse-schaltende Ausgänge hat, funktioniert es auch. Auch hier muss das Gerät an den Ausgang angeschlossen werden und dann der Widerstand eine Brücke zwischen Ausgang und 12V schlagen. Dann nennt es sich Pullup-Widerstand, da dieser nicht nach Masse (Low) herunterzieht, sondern nach 12V (High) hochzieht.
Je nach Gerät muss man etwas mit den Widerstandswerten spielen. Mit einem 1kOhm-Widerstand funktioniert es bei den comstar-Meldern z.B. nicht.
Kommentare
Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt